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Schweiz, 1971: Nora ist eine junge Hausfrau und Mutter, die mit ihrem Mann, den zwei Söhnen und dem missmutigen Schwiegervater in einem beschaulichen Dorf im Appenzell lebt. Hier ist wenig von den gesellschaftlichen Umwälzungen der 68er-Bewegung zu spüren.

Die Dorf- und Familienordnung gerät jedoch gehörig ins Wanken, als Nora beginnt, sich für das Frauenwahlrecht einzusetzen, über dessen Einführung die Männer abstimmen sollen. Von ihren politischen Ambitionen werden auch die anderen Frauen angesteckt und proben gemeinsam den Aufstand. Beherzt kämpfen die züchtigen Dorfdamen bald nicht nur für ihre gesellschaftliche Gleichberechtigung, sondern auch gegen eine verstaubte Sexualmoral. Doch in der aufgeladenen Stimmung drohen Noras Familie und die ganze Gemeinschaft zu zerbrechen.

In ihrer warmherzigen und bis in die Nebenrollen überzeugend besetzten Komödie lässt Regisseurin Petra Volpe chauvinistische Vorurteile und echte Frauen-Solidarität aufeinander treffen. Dem Film gelang in seinem Heimatland Schweiz ein sensationeller Kinostart, der ihn schon jetzt zu einem der erfolgreichsten Schweizer Filme aller Zeiten macht!

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Der Kampf ums Frauenwahlrecht
Die Geschichte hinter DIE GÖTTLICHE ORDNUNG


Obwohl die Schweiz oft als Vorzeigedemokratie herhalten muss, führte sie als eines der letzten europäischen Länder erst 1971 das Wahlrecht für Frauen ein. Als Pionier in Europa gestattete Finnland den Frauen schon ab 1906 an Wahlen teilzunehmen. Zum Ende des Ersten Weltkriegs zogen weitere Länder nach, darunter Norwegen, Deutschland, Österreich oder Polen. Die meisten anderen folgten spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg, etwa Frankreich und Italien.

In der Schweiz entschieden aber die männlichen Bürger in Volksabstimmungen über die Einführung. Und der erste Anlauf, den Großteil der Männer zur Zustimmung zu bewegen, scheiterte, sodass die Frauen erst über 100 Jahre nach den Männern die gleichen politischen Rechte erhielten. In Deutschland verging immerhin ein halbes Jahrhundert ehe 1918 auch den Frauen das Wahlrecht zugestanden wurde.

Im zweiten Versuch wurde in der Schweiz schließlich am 7. Februar 1971 das Wahlrecht für Frauen auf Bundesebene angenommen. Dem Ergebnis der eidgenössischen Abstimmung folgte die Mehrzahl der Kantone. Lediglich einige Kantone der Zentral- und Ostschweiz lehnten das Frauenwahlrecht immer noch vehement ab. 1990 ließ der Kanton Appenzell Innerrhoden als letzter seine Einwohnerinnen zur Wahl gehen, nach einem Urteil des Bundesgerichts.

Interview mit der Regisseurin Petra Volpe
DIE GÖTTLICHE ORDNUNG ist der erste Spielfilm über das Schweizer Frauenstimmrecht und dessen späte nationale Einführung 1971. Wie sind Sie an das Thema herangegangen?
Die Idee, über das Schweizer Frauenstimmrecht einen Film zu machen, öffnet erst mal ein sehr weites Feld. Deshalb habe ich zuerst lange recherchiert, um möglichst viele Stimmen zu hören und das Thema von den unterschiedlichsten Seiten zu beleuchten. Erst danach habe ich nach und nach die Figuren entwickelt. Alle sind inspiriert von Frauen, die mir im Laufe der Recherche begegnet sind.
Es ging mir bei der Entwicklung des Drehbuchs vor allem darum, die Atmosphäre jener Zeit möglichst genau zu treffen, und nicht um historische Fakten. Ich wollte eine Geschichte erzählen, die sichtbar macht, wie unfrei die Frauen damals waren, wie sehr sie wie Besitz behandelt wurden und wie groß die Widerstände auch 1971 noch waren, als die Frauen nach gleichen politischen Rechten verlangten.

Ist die Figur der NORA angelehnt an eine real existierende Person?
Die Idee für meine Hauptfigur NORA habe ich auf einem grünen Einzahlungsschein der Frauenstimmrechts-gegnerinnen im Gosteli-Archiv gefunden. Da hat eine junge Hausfrau und Mutter in schöner, sorgfältiger Handschrift geschrieben: Sie sei ja sonst nie politisch, aber dieser Aufruf der Stimmrechtsgegnerinnen würde sie jetzt doch so wütend machen, dass sie sich sogar überlege, aktiv für das Stimmrecht zu kämpfen! Das war der erste Funken für NORA, eine Frau, die aufwacht und sich zu einer politischen Person entwickelt.

Warum haben Sie gerade im Appenzell gedreht?
Im Drehbuch steht: „1971 in der Schweiz“ – ich habe mir den Film immer auch vom Ausland aus betrachtet vorgestellt und ich habe einen Ort gesucht, der als Metapher für die Idee der Schweiz funktionieren könnte, und da finde ich das Appenzell perfekt. Die Hügelchen mit den schönen Bauernhöfen, dahinter die spitzen Berge – das stellt man sich unter der Schweiz vor, und es ist außerdem visuell sehr reizvoll.
Mir war aber auch wichtig, nicht explizit das Appenzell hervorzuheben – denn man macht es sich zu einfach, immer wenn es um dieses Thema geht, mit dem Finger auf diesen Kanton zu zeigen – de facto hat die GANZE Schweiz zu lange gebraucht, um den Frauen das Stimmrecht zu geben. Natürlich gab es progressivere Kantone – trotzdem war der politische Wille bis 1971 nicht da, das Thema ganz oben auf die Agenda zu setzen. Im internationalen Vergleich ist das unerhört und schwer verständlich. Es hat meiner Meinung nach mit dem tiefen Konservatismus unseres Landes zu tun, der sich auch heute noch an allen Ecken und Enden zeigt. Dafür, dass die Schweiz ein so weit entwickeltes Land ist, hinkt sie bis heute, was Gleichberechtigungsfragen angeht, hinterher.

Die Widersacherin ist interessanterweise eine Frau. Wieso?
Wie bereits erwähnt sind die Figuren inspiriert durch die Recherche. Ich habe eine ganze Dissertation über die Antisuffragetten – die Stimmrechtsgegnerinnen in der Schweiz – gelesen. Aus heutiger Sicht ist es kaum nachvollziehbar, warum grade unzählige Frauen 1971 noch so verbissen gegen das Stimmrecht gekämpft haben. Es waren oft sehr gebildete Frauen, Akademikerinnen, Dorfköniginnen, die sich ganz gut eingerichtet hatten, und die vielleicht einfach nicht wollten, dass ihre Köchin auch etwas zu sagen hat. Wenn man Interviews mit ihnen anschaut, kann man von einem fast schon lustvollen Unterwerfungsgestus sprechen.
Es ist ein üblicher Mechanismus bei Menschen, die keine Macht haben – sie sagen einfach: Wir brauchen die Macht gar nicht! Dass Frauen in vorauseilendem Gehorsam vehementer gegen die Gleichberechtigung sind als die meisten Männer, ist ein Phänomen, das man auch heute noch beobachten kann. Eine Frau zu zeigen, die auf der Seite der Gegner ist, fand ich spannender, weil es eben mehr Fragen aufwirft. Der Antagonismus der Männer in der Geschichte ist außerdem eh schon gegeben, er spiegelt sich in der Mentalität der Zeit und darin, dass es wegen unserer direkten Demokratie von den männlichen Stimmbürgern abhing, ob man den Frauen nun doch endlich die vollen Bürgerrechte zugestehen würde.

Wie haben Sie die anderen Figuren gestaltet?
In allen Figuren und ihren Geschichten drückt sich aus, in welcher Art und Weise die Frauen in der Gesellschaft benachteiligt waren und welche Ungerechtigkeit herrschte – es ging ja nicht nur um das Stimmrecht. HANS kann NORA per Gesetz verbieten, zu arbeiten, VRONI ist abhängig von ihrer Tochter, weil ihr Mann alles verludert hat und Geld halt Männersache war. Das Ehegesetz hat die Frauen stark von den Männern abhängig gemacht und sie sozusagen zum Besitz des Ehemannes erklärt – erst 1988 wurde es nach dem Grundsatz der Gleichberechtigung von Frau und Mann aufgebaut! In den Frauenfiguren zeigt sich, wie sich diese gesetzliche Benachteiligung auswirkt und wie sie das Leben und die Biographie der Frauen bestimmt.

Warum gerade jetzt diese Geschichte? Ist die Zeit besonders reif dafür?
Neulich hab ich ein Bild gesehen: Eine alte Frau die ein Plakat hält: „I can´t believe I still have to protest this shit!“ Und dieses Gefühl haben viele Frauen – mich eingeschlossen!
Auch heute noch werden Männer wie Frauen durch die ihnen zugeschriebenen Rollenbilder eingeschränkt.
Dieser Umstand ist nachteilig für unsere Gemeinschaft auf ökonomischer, sozialer, politischer Ebene und kann in niemandes Sinne sein. Je gleichberechtigter eine Gesellschaft ist, desto besser geht es ihr – das ist ein statistischer Fakt.
Man muss nicht emotional für Gleichberechtigung argumentieren – man kann sich nur die Zahlen anschauen, die sind in manchen Ländern erschütternd. Aber die Schweiz schneidet leider auch nicht besonders gut ab. In einer Erhebung des Economist – „The glass-ceiling index – The best and worst places to be a working woman“ ist die Schweiz an viertletzter Stelle. Im Ständerat sind 85% Männer. Die Gleichberechtigung der Frauen sollte meiner Meinung nach ganz oben auf jeder politischen Agenda stehen – tut es aber nicht. Das rechte Spektrum der Politik echauffiert sich lieber über die schlechte Behandlung von Frauen in der muslimischen Welt, aber das eigene Versagen, für das es eigentlich überhaupt gar keine Entschuldigung gibt, ignoriert man.
In DIE GÖTTLICHE ORDNUNG geht es aber auch um Demokratie – auch ein hochaktuelles Thema. Abstimmen zu können ist keine Selbstverständlichkeit, die Frauen haben hart dafür gekämpft, und es ist ein hohes Gut, an das wir uns gerade in diesen wirklich schwierigen Zeiten erinnern sollten. Vielleicht müssen sich wieder einmal viele „Noras“ zusammenschliessen und den Laden aufmischen und sagen: So nicht!

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Ulrike Helmer Verlag

Ein Filmpaket bestehend aus einem Filmplakat und dem Buch „100 Jahre Frauenwahlrecht. Ziel erreicht! ...und weiter?“ von Isabel Rohner und Rebecca Beerheide aus dem Ulrike Helmer Verlag.
www.ulrike-helmer-verlag.de

Teilnahmebedingungen: Teilnahmeschluss ist der 31. August 2017.
Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung der Preise ist
nicht möglich. Mitarbeiter der veranstaltenden Firmen sowie angeschlossener Agenturen und allgemeine
Gewinnspielservices sind nicht zur Teilnahme berechtigt.

BESETZUNG

 
Nora Marie Leuenberger
Hans Max Simonischek
Theresa Rachel Braunschweig
Vroni Sibylle Brunner
Graziella Marta Zoffoli
Magda Bettina Stucky
Gottfried Peter Freiburghaus
Frau Dr. Wipf Therese Affolter
Hanna Ella Rumpf
Werner Nicholas Ofczarek
Indra Sofia Helin
   

STAB

 
Drehbuch & Regie Petra Volpe
Produzenten Reto Schaerli,
Lukas Hobi
Bildgestaltung Judith Kaufmann
Montage Hansjörg Weissbrich
Musik Annette Focks
Szenenbild Su Erdt
Kostüme Linda Harper
Maske Jean Cotter
Ton Patrick Storck
Herstellungsleitung Claude Witz
Produktionsleitung Sarah Bossard
Casting Ruth Hirschfeld,
Corinna Glaus